:: Promosendungen
Ich bin nicht interessiert die üblichen Promosendungen zu bekommen! Schickt mir lieber euer Garagenmaterial, oder lasst es bleiben! h
Vesper - Possession of evil will
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Keywords: Black Metal, Black 'n Roll, Black-Thrash

Vesper - Possession of evil will
Genre: Black / Thrash
Web: http://www.myspace.com/vesperscum
Wertung: 5/6
Vesper aus Italiens Hauptstadt präsentieren - nach der Split-CD mit ihren Landsmännern Murk - im Winter 2010 ihren ersten Langspieler mit dem Titel "Possession of evil will". Das Album erscheint gleich über zwei deutsche Underground-Labels. Düsterwald Produktionen veröffentlichten die Scheibe als JewelCase - und limitierte DigiPack-Auflage. Witching Metal Records veröffentlicht das Album zusätzlich als eine streng limitierte Vinyl-Auflage. Man sollte also einiges erwarten dürfen, wenn ein Werk in solch einer großen Medien-Auswahl veröffentlicht wird. Zumal diese Band bis dato niemand kennen dürfte.
Vorweg habe ich - auf der Suche nach Informationen über die italienischen Bastarde - einige Reviews im Netz gelesen und bin recht erstaunt, wie schlecht "Possession of evil will" in der Presse bisher abgeschnitten hat. Manch ein Schreiberling, schien sich sogar persönlich etwas angegriffen zu fühlen, was mich beim lesen königlich amüsiert hat! Wie es scheint hat dort draußen kaum jemand Geschmack am selbstironischen Black/Thrash der Italiener gefunden. Oder sitzen dort draußen wirklich so viele Spaßbremsen? Denn Spaß hatte ich bei dieser Scheibe eine ganze Menge! Vesper böllern einem 40 Minuten lang besten Black / Thrash mit ordentlich Rock 'n Roll durch die Gehörgänge. Der Werbeslogan "Fuck Black Vomit Porn Rock'n' Roll " lässt dabei schon erahnen, was die Italiener textlich so verarbeiten. Richtig, nämlich nicht viel ... Sex, drugs und Rock 'n Roll! Eine muntere Zombie-Splatter-Orgie halt... mehr sollte man hier nicht erwarten! Und Vesper sind dabei so herrlich räudig und prollig-provokant (ob das am südländischen Blut liegen mag?), dass ich schon verstehen kann, dass so mancher Niveau-Fetischist dort draußen etwas erschrocken sein mag! Menschen die sich allerdings über klischéegeladene Texte im Metal beschweren, sollten sich Gedanken darüber machen, ob der Metal die richtige Musikrichtung für die eigenen, zarten Geschmacksknospen ist. Metal bedient überall und ständig irgendwelche Klischées!
Musikalisch bieten die Römer einen kruden Mix aus Motörhead, Venom und Celtic Frost, der (mich) durchaus begeistern kann. Der groovige Midtempo-Thrash trifft immer wieder auf schnellen, dreckigen Black Metal und wird hier und da mit dem ein oder anderen Gitarren-Soli gewürzt, wobei man schon mit der Aufnahme darauf achtet, möglichst erdig und dreckig zu klingen. Was allerdings nicht bedeutet, dass die Produktion schlecht ist; der recht dumpfe Gesang lässt bei mir sofort Proberaumstimmung aufkommen! „Raging Dogs“, „Sex Slave Zombie“ und „White Poison“ sind hierbei die zugänglichsten Titel der Veröffentlichung und somit wohl die perfekten Reinhör-Kandidaten. Trotz des simplen Arrangements, rocken die Titel einfach. Eine klare, schnörkellose Hookline und eine Hand voll geiler (aber sicherlich simpler) Riffs, und schon haben wir einen geilen Song mit ordentlich Livepotential! Meinen persönlichen Favoriten habe ich allerdings im Titelsong „Possession of evil will“ gefunden. Langsam und schleppend baut sich der Song auf um gegen Mitte des Titels mit rockigen Riffs an Bewegung und Dynamik zu gewinnen. Shos stets dominanten und herausfordernden Vocals scheinen hier deutlich über dem Gesamtwerk aus den Boxen dröhnen und bauen eine nett, bedrückende Stimmung auf.
Vesper erfinden hier sicherlich das Rad nicht neu, bieten definitiv keine komplexen Arrangements oder so etwas wie Innovation; dennoch hat ihr rockiger Black-Thrash einen unglaublichen Unterhaltungsfaktor, ohne jeglichen Anspruch auf lyrische Tiefe oder sonstigen Firlefanz! Wer unbedingt und überall immer eine “Message“ suchen will, dem empfehle ich Büchners Woyzeck; wer unbedingt musikalische Komplexität braucht um Spaß zu haben, sollte gar nicht erst bis hierher gelesen haben und alle anderen können und sollten auf alle Fälle ein Ohr riskieren! Ein wahrlich geiles Teil!
Author: h | [-]
Bergthron - Expedition Autarktis
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Keywords: Bergthron, Pagan Metal, Black Metal, Experimentel

Bergthron - Expedition Autarktis
Genre: Black/Pagan
Web: http://www.bergthron.de
Wertung: 5/6
Drei Jahre nach dem, meiner Meinung nach unerreichtem Werk "Leben und Lebenswille" meldet sich das Fürstengeschlecht um Bergthron 2010 mit einem wahrlich brachialem Faustschlag zurück. Und verdammt...! Selten hat mich ein Coverartwork so begeistert und verwirrt, wie das von "Expedition Autarktis". Und nicht nur weil mir der Gedanke gefällt, dass die morderne Aufmachung ein mutiger Tritt in Richtung der elitären, engstirnigen Neuheiden dort draußen ist. Nein, das Motiv vermittelt soviel Kampf und Kraft, Mensch gegen Natur, der Einzelne gegen die große, übermächtige Gesamtheit! Schon das Artwork zu "Leben und Lebenswille" war recht progressiv und losgelöst von üblichen Belanglosigkeiten, aber dies hier ist Bergthron 2010! Im Endeffekt die perfekte Verpackung für dieses Stück Musik, denn auch hier zeigt man sich recht experimentierfreudig, auch wenn der Kern immer noch das ist, was Bergthron schon immer ausgemacht hat. Nur wagt man mit "Expedition Autarktis" einen großen Schritt in eine andere, neue Richtung - und genau das ist es doch, was ein Musiker machen will.
Neu - und sicherlich abstoßend für den kleinen Heidenkrieger dort draußen - ist vor allem der ausgedehnte Einsatz von Synthie-Sounds. Schon im ersten Titel "Asymmetrisch (ginnungagap)" wird mit Hilfe der gewöhnungsbedürftigen Elektro-Sounds eine postapokalyptische, bedrückende Atmorphäre aufgebaut. Der wütende, bellende und agressive Guttural-Gesang - der als tragende Gesangsform auf der Scheibe allgegenwertig ist - presst dem Hörer jede Textzeile geradezu ins Ohr. Doch keine Sorge, auch die für Bergthron typischen klaren, hellen Gesangspassagen sind wieder zu finden! Lyrisch bestehen eigentlich kaum Unterschiede zum Vorgängerwerk, auch wenn das ganze natürlich einen moderneren Bezug aufweist. "84°03´N 174°51´W (asgard)" präsentiert sich mit modernen black/pagan untypischen Gitarrenspiel; holprig und im starren Schritt wird der Song vorran getrieben und gipfelt stets in wunderbaren klaren Gesangsparts.
"Eisbrecher (baldur)" ist wohl ein Paradebeispiel für Bergthron2010 - Elektrobeats laufen in singende Gitarrenläufe über; die ruhige und tragende Stimmung zerreißt im plötzlich einsetzenden, brachialem Riffing und dem bellenden Gesang des Frontgrunzers nur um wenig später wieder abzuflachen und zu beruhigen."Expedition Autarktis" vermittelt eine unglaublich mitreißende postapokalyptische Atmosphäre. Wirklich wunderbar! "Harpune 2010 (loki)" bedient sich dem selben Bergthron-Rezept wie die Vorgängertitel und ist wohl der zugänglichste Titel auf der Scheibe, daher wohl der ideale Kandidat für ein erstes Reinhören!
Da ich die CD nicht zerreden will, werde ich nun nicht jeden einzelnen Titel mit einer belanglosen Beschreibung versehe. Eines sei jedoch gesagt, wer seinen Geist nicht für neues öffnen kann und will, wird sich mit dieser Scheibe denkbar schwer tun. "Expedition Autarktis" ist kein "Jagdheim", kein "Wotanskult", kein "Leben und Lebenswille" und keine schnöde Pagan-Party-Selbstbeweihräucherung. Bergthron beweisen Offenheit für progressive, moderne Elemente, konnten allerdings trotz all dieser Entwicklung den Kern \"Bergthron\" bewahren. Nun stellt sich die Frage, ob nach dieser \"Expedition\" in die autarke Tonkunst noch weiteren folgen werden. Mir gefällt es, und der Rest ist mir sowas von egal! 5/6 Punkte für dieses bombastische Werk - die volle Punktzahl kann ich leider nicht geben, weil ich "Leben und Lebenswille" um einige Ecken fesselnder finde!
Author: h | [-]